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Ökoeffizienz-Indikatoren für Metalle

Eine systematische Erkundung

Nur wenn wir die Auswirkungen eines Produkts oder einer Dienstleistung genau messen können, können wir auf eine Verringerung dieser Auswirkungen hinarbeiten. Um die Nachhaltigkeit von Konsum und Produktion zu erhöhen, ist es daher notwendig, solide Methoden zur Messung der Umweltauswirkungen entlang der Produktwertschöpfungsketten zu entwickeln.

Die öffentliche Wahrnehmung der Ökoeffizienz von Produkten konzentriert sich oft auf die sichtbarsten Phasen des Lebenszyklus und nur auf die direktesten Auswirkungen. Diese Wahrnehmung kann irreführend sein und dazu führen, dass man sich auf bestimmte Phasen der Wertschöpfungskette konzentriert und dabei möglicherweise andere Bereiche vernachlässigt, die von größerer Bedeutung sein könnten. Bei Metallen liegt der Schwerpunkt oft auf den Auswirkungen, die bei der Produktion und Verarbeitung entstehen, obwohl die Verwendung von Metallen in einigen Fällen zu einer Steigerung der gesamten Lebenszyklus-Ökoeffizienz führen kann. Ein Beispiel ist das Metall Aluminium, das in der Produktionsphase sehr energieintensiv ist. Trotz dieses Nachteils können durch die Verwendung von leichtem Aluminium in Fahrzeugen erhebliche Kraftstoffeinsparungen erzielt werden. Darüber hinaus ist Aluminium in der Lebenszyklusperspektive sehr attraktiv, da das Metall mit nur 5% der für die Primäraluminiumproduktion benötigten Energie recycelt werden kann.

Indikatoren für die Auswirkungen und den Mehrwert von Metallen 

Im Rahmen des Projekts Ökoeffizienz-Indikatoren für Metalle (EIM) wurden Methoden zur Bewertung der Umweltauswirkungen und des Mehrwerts einer Vielzahl von Metallen in ausgewählten Produkten entwickelt. Ziel war es, eine wissenschaftliche und auf Interessengruppen basierende Bewertung zu erstellen, die sowohl den Mehrwert der Nachhaltigkeit als auch die negativen Auswirkungen berücksichtigt. Das Projekt basierte auf einer Studie, die vier Metallanwendungen untersuchte: Aluminium in Verkleidungen, Nickel in Batterien, Kupfer in Motoren und Zink in Dachrinnen. Die ausgewählten Fälle decken ein breites Spektrum von Ökoeffizienzaspekten innerhalb der jeweiligen Anwendungsbereiche ab. Mit Hilfe dieser praktischen Beispiele wurden Lücken in der Wahrnehmung der Ökoeffizienz durch die Interessengruppen für die vier Metalle ermittelt und die Wahrnehmungslücken für Metalle im Allgemeinen extrapoliert.

Der Lebenszyklus-Ansatz: Identifizierung von Hot Spots

Der Lebenszyklus von Metallen kann in sechs Phasen unterteilt werden: Rohstoffgewinnung, Metallgewinnung, Verarbeitung, Logistik, Nutzungsphase und Recycling, wobei jede dieser Phasen spezifische Herausforderungen und Chancen für die Ökoeffizienz mit sich bringt. Es ist wichtig, die Lebenszyklusphasen mit den größten Umweltauswirkungen, die so genannten "Hot Spots", zu ermitteln. Das Ergebnis des Projekts war ein flexibles Instrumentarium, das auf eine Reihe verschiedener Metalle angewandt werden kann und die Ökoeffizienzleistung über den gesamten Lebenszyklus hinweg aufzeigt. Dies ermöglicht eine Vergleichbarkeit und hilft bei der Ermittlung gemeinsamer Maßnahmen und Bereiche für die Einbindung von Interessengruppen und die Zusammenarbeit bei künftigen Nachhaltigkeitsbemühungen der Metallindustrie.

Das CSCP hat dieses Projekt zusammen mit dem Wuppertal Institut für Klima, Energie, Umwelt und in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Metallverband (Eurometaux), der die Metallindustrie vertritt, durchgeführt.

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