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“Wie kommunale Abfallentsorgungsunternehmen die Kreislaufwirtschaft vorantreiben können”

Monika Lichtinghagen-Wirths ist Geschäftsführerin und Projektleiterin beim Bergischen Entsorgungsverband und nimmt an der Circular Week 2026 als Diskussionsteilnehmerin in der inspirierenden Sitzung der Regulieren, reparieren, neu gestalten Bahn am Online-Konferenz. Im Vorfeld der Veranstaltung haben wir mit ihr über die Rolle kommunaler Unternehmen bei der Förderung der Kreislaufwirtschaft gesprochen – lesen Sie das Interview!

Welches aktuelle EU-Gesetz oder politische Vorhaben ist aus Ihrer Sicht besonders wichtig für den Weg zu einer Kreislaufwirtschaft?

Gerade auf EU-Ebene wurden durch den Green Deal zahlreiche gesetzliche Vorgaben angestoßen, die nun in deutsches Recht umgesetzt werden müssen. Dies betrifft z. Z. viele Regelungen im Verpackungsrecht. Aktuell sind jedoch aus nordrhein-westfälischer Sicht vor allen Dingen die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie mit ihrem Aktionsplan sowie die kürzlich veröffentlichte Kreislaufwirtschaftsstrategie NRW von besonderer Bedeutung.

Was sind aus Ihrer Sicht besonders wirksame Orte des zirkulären Wandels? Und wo finden wir diese bereits heute?

Da fragen Sie genau die Richtige: Wir haben vor 20 Jahren eine ehemalige Deponie in ein Lehr- und Forschungszentrum für Ressourcenmanagement verwandelt. Was vor 20 Jahren noch Pionierarbeit war, bei der man sehr häufig mit großem Unverständnis konfrontiert wurde, ist heute mit dem Standort :metabolon, ein international anerkanntes Forschungszentrum. Mit fünf Forschungshallen zu den verschiedensten Themen der Stoffkreisläufe, wie z. B. mineralische Abfälle und Kunststoffverbundstoffe sowie einer entsprechenden Transferinfrastruktur, zählt dieser Standort deutschlandweit zu den Vorreitern bei der Umsetzung des zirkulären Wandels.

Wie werden sich kommunale Abfallunternehmen im Zuge der zirkulären Transformation weiter verändern?

Auch die kommunalen Unternehmen werden sich immer mehr diversifizieren müssen. War es früher die reine Abfalldeponierung, kam später immer mehr Abfallverwertung, Recycling und thermische Behandlung hinzu. Dieser Trend wird sich durch die Umsetzung der R-Strategien fortsetzen, wobei gerade auch den kommunalen Unternehmen eine wichtige Rolle zukommt. Vor allen Dingen, wenn es sich um die Abfälle aus privaten Haushalten handelt. Eine zentrale Rolle spielen hierbei zum einen die Wertstoffhöfe, wenn es darum geht möglichst viele getrennte Fraktionen aufnehmen zu können. Zum zweiten braucht es die Förderung von Wiederverwendung und -verwertung sowie Ansätze zur Stärkung von Reparatur.

Was sind angesichts dieser veränderten Aufgaben die größten Herausforderungen für kommunale Abfallunternehmen?

Die größten Herausforderungen sind dabei die Veränderungen im eigenen Unternehmen. Strukturen müssen verändert, neue Geschäftsmodelle entwickelt und innovative Ideen für individuelle Lösungen in der eigenen Region gefunden werden. Ob es Sinn macht Sperrmüll über eine Hausabholung einzusammeln hängt beispielsweise von der Regionalen Struktur ab. Während dies in dicht besiedelten Gebieten eine praktikable Lösung sein kann, könnte die Hausabholung in ländlichen Strukturen am Bedarf der Bürger vorbeigehen. Jedes Unternehmen ist daher aufgefordert, seine eigenen Kunden, d. h. die Bürgerinnen und Bürger, und deren Bedarfe zu analysieren und hierbei zu entscheiden, wie man diese Bedarfe im Sinne einer sinnvollen ökologischen und ökonomischen Kreislaufwirtschaft optimal lösen kann.

Ob es beispielsweise sinnvoll ist, Sperrmüll direkt bei den Haushalten abzuholen, hängt möglicherweise vom jeweiligen lokalen Kontext ab. In dicht besiedelten Gebieten kann ein solcher Service eine praktische Lösung sein, während er in ländlichen Gebieten möglicherweise nicht den Bedürfnissen der Anwohner entspricht. Jedes Unternehmen sollte daher seine eigenen Kunden und deren Bedürfnisse analysieren und ermitteln, wie diese Bedürfnisse am besten durch sinnvolle, ökologisch und wirtschaftlich tragfähige Lösungen der Kreislaufwirtschaft erfüllt werden können.

Monika Lichtinghagen-Wirths ist Geschäftsführerin und Projektleiterin beim Bergischen Abfallwirtschaftsverband. Treffen Sie sie auf der Online-Konferenz der Circular Week im Rahmen der Veranstaltung (auf Deutsch) “Auf dem Weg zur Kreislaufgesellschaft – Welche Infrastrukturen und Orte wir jetzt schaffen müssen” – jetzt anmelden!

Erfahren Sie mehr über den Studiengang „Regulate, Repair, Redesign“ hier lesen. und sehen Sie sich das vollständige Programm der Circular Week 2026 an hier lesen..

Für weitere Fragen kontaktieren Sie bitte Dr. Flandra Syla-Beqiri.

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