Durch das Corona-Virus haben sich für uns alle Tagesabläufe und Routinen geändert - das bedeutet jedoch nicht, dass die Nachhaltigkeit unserer Ernährungssysteme und menschenrechtliche und ökologische Sorgfaltspflichten keine Rolle mehr spielen. Im Gegenteil. Die Krise hat uns allen gezeigt, wie wichtig belastbare Ernährungssysteme sind und gleichzeitig erlebbar gemacht, wie fragil sie sind. Und daher haben wir auch während der Pandemie mit unseren Partnern und auch kritischen Stimmen weiter an zentralen Themen gearbeitet.
Es war uns sehr wichtig, wie auch in den Vorjahren, weiter im Gespräch zu bleiben und zusammen an Themen zu arbeiten. Um dies zu ermöglichen, haben wir statt der bewährten Dialogformate und Wege zur Zusammenarbeit auf neue Ansätze und digitale Instrumente gesetzt. Und wir möchten uns ganz herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie diese gemeinsam mit uns mit Leben gefüllt und gestaltet haben. Denn Ihre Sachkenntnis und Ihre Empfehlungen helfen uns dabei, unsere Arbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern.
Wir hoffen sehr, dass wir uns im Laufe des nächsten Jahres auch wieder persönlich begegnen können. Bis dahin wünschen wir Ihnen schöne Feiertage und einen guten Start in ein hoffentlich gesundes neues Jahr. Eines ist sicher: auch 2021 wird es wieder viele Themen geben, die unserer gemeinsamen Aufmerksamkeit bedürfen. Und wir freuen uns schon heute sehr auf weitere Gespräche, Ihr kritisches Feedback und gemeinsame Maßnahmen.
Ihre
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Anita Wältz Sara Martin Anke Stübing Leiterin Nachhaltigkeit Leiterin Public Affairs Leiterin Gemeinsame Wertschöpfung und Unternehmen Kommunikation
Digitaler Dialog
Anstelle des jährlichen Stakeholder Workshops in Frankfurt haben wir digitale Räume für einen offenen und kritischen Dialog zwischen VertreterInnen der Zivilgesellschaft, Branche und uns Nestlé-MitarbeiterInnen geschaffen:
NGO- und Experten-Beirat
Trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie haben wir auch mit den Beiratsmitgliedern weiter an wichtigen Handlungsfeldern gearbeitet:
Im Folgenden finden Sie einige Highlights der Zusammenarbeit 2020 sowie Kommentare der Beiratsmitglieder zu diesen Handlungsfeldern:
Marion Hammerl, Global Nature Fund
Der Schutz der Biodiversität ist essentiell für die Lebensmittelbranche. Das hat auch Nestlé erkannt und engagiert sich in der Branchen-Initiative für Biologische Vielfalt. Es mangelt nicht an Wissen und Erfahrungen, aber an einer breiten Umsetzung von Biodiversitätsmanagement und sehr guten landwirtschaftlichen Praktiken. Als großes Unternehmen mit tausenden von Zulieferern hat Nestlé die Möglichkeit - und die Verantwortung - , den Schutz der Biodiversität zum Mainstream zu machen. Eine konsequente Implementierung des Nestlé Responsible Sourcing Standard, die Unterstützung der Landwirt*innen mit Tools und einem Premium-Preis und die Beteiligung an innovativen Projekten helfen Nestlé dabei.
Nestlé will eine biodiversitätsfreundlichere Landwirtschaft unterstützen und engagiert sich im EU LIFE Projekt "Food & Biodiversity". Umgesetzt wird es vom Global Nature Fund, der Bodensee-Stiftung und NGOs in Frankreich, Spanien und Portugal. Ein Leitfaden zur Biodiversität mit Vorschlägen für Maßnahmen für Erzeuger und Lieferanten soll 2021 veröffentlicht werden. Einige Nestlé Lieferanten haben das Biodiversity Performance Tool getestet, ein Instrument, das die Erarbeitung von gehaltvollen Aktionsplänen unterstützt. Spanische und italienische Tomatenproduzenten werden bei der Umsetzung von Maßnahmen auf den Feldern sowie bei Projekten zur Renaturierung von Ökosystemen unterstützt.
Nestlé for Healthier Kids - auch im Lockdown Unterstützung für Familien
Mit unserer Initiative Nestlé for Healthier Kids möchten wir Familien mit Kindern bei einer ausgewogenen Ernährung unterstützen. Im Pandemie-geprägten Jahr 2020 haben wir unsere digitalen Angebote erweitert, um gerade jetzt für Familien da zu sein. Wir haben z.B. auf Instagram mehrmals live gekocht, um Eltern während des Lockdowns zu inspirieren. Mit einer Videokampagne möchten wir Eltern zeigen, dass sie mit alltäglichen Herausforderungen nicht allein dastehen und praktische Tipps geben. Etwa um die Situation am Esstisch zu entspannen. Insgesamt gab es im Jahr 2020 bislang > 40 Mio. Kontakte mit Eltern, Kindern, Lehrern und Erziehern.
Nestlé Deutschland ist Projektpartner im EU-geförderten, vierjährigenProjekt "Insect Responsible Sourcing Regions". Bei diesem innovativen Ansatz sollen Insekten und Biodiversität auf Ebene ganzer Landschaften geschützt werden. Nestlé und ihre Lieferanten werden gemeinsam mit Bodensee-Stiftung, Global Nature Fund, Netzwerk Blühende Landschaften und der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall sieben insektenfördernde Anbauregionen in Deutschland einrichten. Ein wichtiger Aspekt für deren langfristigen Erfolg sind Anreize für Landwirte. Daneben ist die Nachfrage der VerbraucherInnen entscheidend. Deshalb wird Nestlé eine Marketing- und Kommunikationsstrategie für Produkte aus insektenfördernden Regionen entwickeln.
Annette Neubert, Leiterin der Abteilung Ernährung, Gesundheit und Wellness
2020 war in vielfältiger Hinsicht ein herausforderndes Jahr. Trotz allerUnwägbarkeiten stand ganz oben auf der Agenda, die ersten Produkte mit Nutri-Score in die Regale zu bringen. Seit Februar 2020 - ab diesem Zeitpunkt werden Nestlé Produkte sukzessive mit Nutri-Score gekennzeichnet - sammeln wir bereits vielfältige Erfahrungen mit dem neuen Kennzeichnungssystem auf der Vorderseite unserer Produkte und haben viel positives Feedback dazu erhalten. Nutri-Score dient nicht nur als Orientierungshilfe, um die Ernährungsqualität eines Produktes einzuschätzen und um die intuitive Entscheidung für ein Produkt beim Einkauf zu erleichtern. Nutri-Score ist auch ein Ansporn, unsere Produkte weiter zu verbessern. 2021 geht's weiter und wir freuen uns auf eine umfassende Umsetzung in Deutschland und auch Europa, um so das Potential von Nutri-Score voll zu nutzen.
Nestlé Deutschland beteiligt sich aktiv an der Vorbereitung der Branchen-Initiative "Biodiversität in der Lebensmittelbranche", die im Februar 2021 offiziell an den Start gehen soll. Alle Mitglieder unterschreiben eine ambitionierte Selbstverpflichtung, um den Schutz der Biologischen Vielfalt voranzubringen, u.a. durch die Umsetzung eines Basis-Sets an Biodiversitätskriterien, die Beteiligung an einem Monitoring-System oder die Fortbildung von Landwirten, Beratern und Produkt- und Qualitätsmanagern in den Unternehmen.
Unterstützung Petition zur Einführung einer CO2-Kennzeichnung
Wir setzen uns für eine europaweite CO2-Kennzeichnung von Lebensmitteln ein - als Zwischenschritt auf dem Weg, bis 2050 klimaneutral zu werden. Im Zuge dessen haben wir im September eine Petition mehrerer Unternehmen unterstützt. Diese hat zum Ziel, gesetzliche Rahmenbedingungen für eine CO2-Kennzeichnung von Lebensmitteln in Deutschland zu schaffen. Langfristig wünschen wir uns eine Art Nutri-Score für die Umwelt. Ein Thema, das auch im Experten- und NGO-Beirat intensiv diskutiert wurde. Denn Umweltschutz und die Unterstützung von Verbraucher*innen, bewusst klimafreundlichere Entscheidungen zu treffen, gehen dabei Hand in Hand.
Der 2018 veröffentlichte RSS umfasst soziale und ökologische Anforderungen an Erzeuger, Lieferanten und Zwischenhändler. Sie müssen z.B. nachweisen, dass Arbeitssicherheit und faire Arbeitskonditionen gewährleistet sind. Außerdem werden u.a. Kriterien zum Schutz der Wasserressourcen und der biologischen Vielfalt festgelegt. Dafür zu sorgen, dass diese tatsächlich erfüllt werden, ist eine Herausforderung. Unterstützt vom Beirat hat sich Nestlé Deutschland auf den Weg gemacht: Die Kriterien des RSS wurden mit anderen Standards verglichen, um Kontrollpunkte zu harmonisieren und den Partnern zu signalisieren, dass sie mit bestimmten Audits und Zertifizierungen schon Teile des RSS erfüllen. 2021 soll die weitere Implementierung pilotiert werden.
Internationale Grüne Woche 2020
"Beim Klima geht's um die Wurst" - das war unser Motto bei der Grünen Woche 2020. Dort stellten wir die neue vegane Sensational Bratwurst von Garden Gourmet vor, die eine bessere Umwelt- und Nährwertbilanz aufweist: Minus 80% Landnutzung, 90% weniger Wasser und 90% weniger CO2 kann eine Soja-Wurst im Vergleich zu einer Schweinebratwurst für sich verbuchen. Zudem enthält sie 50% weniger Fett, 14 Gramm pflanzliches Protein, kein Cholesterin und ist eine Ballaststoffquelle. Passend dazu vermittelte Elke Wieczorek, Mitglied unseres Experten- und NGO-Beirats bei Kochveranstaltungen nützliches Wissen im Bereich klimafreundliches Kochen.
Elke Wieczorek, DHB - Netzwerk Haushalt
Die Konsumenten erwarten von einem Unternehmen der Lebensmittelbranche umfassende, jedoch leicht verständlich formulierte Informationen zu den Produkten Ihrer Wahl. Der Nutriscore erlaubt es den Verbrauchern, durch seine farblich unterlegte Bewertung, Lebensmittel innerhalb einer Produktgruppe bereits beim Einkauf im Supermarktregal rasch zu vergleichen. Der NGO- und Expertenbeirat begrüßt daher die Entscheidung von Nestlé seine Produkte damit zu kennzeichnen. Tipps zur Zubereitung und Kombination von Nestle-Produkten mit Frischeprodukten, wie sie auf den Verpackungen und den Informationskanälen von Nestle angeboten werden, sind hilfreich und unterstützen die Konsumenten beim Kochen.
Verpackungs-Deep-Dives
Die beiden Verpackungs-Deep-dives zu Aluminium bei Thomy sowie Nachfüll-Packs und dem Refill-System MIWA bei Nescafé gaben aufschlussreichen Input zur Weiterentwicklung unseres strategischen Ansatzes. Nachdem Zielkonflikte zwischen Kreislaufwirtschaft und Klimabilanz der verschiedenen Verpackungslösungen diskutiert wurden, ging es im anschließenden Austausch um ganz konkrete Verbesserungsansätze. Die Deep-Dives und der konstruktive Dialog im Beirat schaffen einen Raum für neue Ideen. Die aus diesem Zuhör-Prozess resultierenden Anregungen bilden die Grundlage konkreter Projektumsetzungen für 2021.
Einsatz von Recyclingmaterial
Der Einsatz von recyceltem Verpackungsmaterial ist gerade bei direktem Lebensmittelkontakt eine Herausforderung. Dementsprechend nimmt der Spagat zwischen Lebensmittelsicherheit und Schließung der Rohstoffkreisläufe auch in der Beiratsarbeit einen hohen Stellenwert ein. Und die Schließung des Kreislaufs nimmt an Fahrt auf: So kamen 2020 z.B. bei Nespresso erste Kaffeekapseln mit 80% recyceltem Aluminium auf den Markt. Bis Ende 2021 sollen alle Kapseln für Privatkunden mit Sekundäraluminium hergestellt werden. Und auch bei unseren Wassermarken steigern wir den Anteil an rPET kontinuierlich: allein in diesem Jahr wurden bei der Marke Vittel drei Formatgrößen auf 100% Recyclingmaterial umgestellt (0,75l, 0,5l, 0,33l).
Florian Antony, Öko-Institut
"Bei der kontinuierlichen Erhöhung des Recyclatanteils in Verpackungen mit direktem Lebensmittelkontakt gilt es Rohstoffkreisläufe besser zu schließen, als dies bisher der Fall ist. Gleichzeitig muss natürlich die Lebensmittelsicherheit sichergestellt werden. Nestlé geht hier einen grundsätzlichen richtigen Weg - insbesondere bei Plastikverpackungen besteht hier aber noch Steigerungspotenzial!"
Peter Stehle, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Voraussetzung für einen individuellen Bedarf Die entsprechende, qualitätsgesicherte Auswahl ist eine objektive, nachvollziehbare Information der Verbraucher*innen über die Zusammensetzung der angebotenen Lebensmittel. Unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben bietet die Nestlé in Zusammenarbeit mit der Ernährungswissenschaft zusätzliche objektive Maßnahmen zur wissenschaftlich fundierten Aufklärung der Verbraucher*innen auf verschiedenen Informationskanälen an.
Unser Fahrplan zur Klimaneutralität
Als Unterzeichnerin der UN-Verpflichtung "Business Ambition for 1.5°C" haben wir als eines der ersten Unternehmen vorzeitig einen detaillierter Aktionsplan vorgelegt. Bis 2030 wollen wir unsere Scope-3-Emissionen halbieren und bis 2050 auf netto null senken. Dazu unterstützen wir u.a. Bauern und Lieferanten bei der Umsetzung regenerativer Landwirtschaft, pflanzen in den nächsten zehn Jahren 200 Millionen Bäume und stellen bis 2025 auf 100 % Strom aus erneuerbaren Energiequellen um. Auch immer mehr unserer Marken werden CO2-neutral. Der Fahrplan ist das Ergebnis einer umfassenden Analyse. Im Jahr 2018 beliefen sich unsere Treibhausgasemissionen weltweit auf 92 Millionen Tonnen. Dieser Wert dient als Referenz für unseren Fortschritt. Um klimaneutral zu werden, bauen wir daher auch das Angebot an pflanzlichen Lebensmitteln und Getränken in unserem Portfolio kontinuierlich aus und passen Rezepturen an, um unsere Produkte umweltfreundlicher zu machen. Die Initiative für wissenschaftsbasierte Zielvorgaben (SBTi) hat den Aktionsplan überprüft und bestätigt, er die Kriterien zur Erreichung des Pariser Abkommens erfüllt. Bis 2025 investieren wir dazu insgesamt CHF 3,2 Milliarden, davon CHF 1,2 Milliarden für die Förderung regenerativer Landwirtschaft in unseren Lieferketten.
Lassen Sie uns wissen, worüber Sie 2021 mit uns diskutieren möchten! Welche Themen liegen Ihnen besonders am Herzen? Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!
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Nestlé Deutschland treibt seit Jahren systematisch und im engen Austausch mit Organisationen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft seine Nachhaltigkeitsaktivitäten voran. Normalerweise ist der jährliche Stakeholder Workshop eine wesentliche Säule der Nachhaltigkeitsprogramme von Nestlé Deutschland, neben einem NGO- und Expertenbeirat sowie dem Verbraucherbeirat. Er bietet Raum für einen offenen und kritischen Dialog zwischen Zivilgesellschaft, Branche und Nestlé Vertretern, und die gemeinsam erarbeiteten Lösungsansätze gehen in die Nachhaltigkeitsprogramme von Nestlé ein. Das CSCP begleitet diesen Prozess für Nestlé Deutschland.
"Das CSCP organisiert in hervorragender Weise die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, NGOs, gesellschaftlichen Akteuren und weiteren Stakeholdern. Mit dem Nestlé-NGO- und Expertenrat und dem Rewe-Pro-Planet-Rat hat das CSCP zwei führende Beispiele für erfolgreiche Stakeholder-Interaktionen zu verantworten."
Georg Abel, Verbraucherinitiative (Verbraucherinitiative)