Digitaler Produktpass: Von Systemen zu Ökosystemen Europa hat erhebliche Fortschritte bei der Definition des „Digital Product Passport“ (DPP) und der dazugehörigen Standards zur Förderung der Kreislaufwirtschaft erzielt. Die nächste Frage ist noch weitreichender: Wie können wir technische Interoperabilität in eine vertrauensvolle Zusammenarbeit über Branchen, Wertschöpfungsketten und internationale Märkte hinweg umsetzen? Die DPP4EU-Konferenz 2026 und die CE-RISE-Jahresveranstaltung Im Frühjahr 2026 wurde Brüssel zur Hauptstadt der „Digital Product Passport“ (DPP)-Community, als sich Forscher, politische Entscheidungsträger, Vertreter der Industrie, Normungsexperten und Technologieanbieter zur DPP4EU 2026-Konferenz und zur CE-RISE-Jahresveranstaltung. Elliana Jensen-Abieva, CSCP-Senior-Expertin, nahm an der Podiumsdiskussion zum Thema Forschungsschwerpunkte für eine effektive EU-weite Einführung des digitalen Produktpasses. “Dank der Arbeit von Normungsgremien und zahlreicher von der EU finanzierter Forschungsprojekte sind viele der Grundlagen für die Umsetzung von DPP inzwischen geschaffen. Die nächste Phase wird jedoch eine noch engere Zusammenarbeit über Branchen und Wertschöpfungsketten hinweg erfordern”, bemerkt Elliana. Was Standardisierung für Unternehmen bedeutet Ein zentrales Diskussionsthema war die Frage, wie Unternehmen vermeiden können, dass für ein und dieselben Nachhaltigkeitsinformationen unterschiedliche Berichtsmethoden zur Anwendung kommen, da sich die DPP-Anforderungen auf verschiedene Branchen wie Batterien, Textilien, Elektronik und Bauprodukte ausweiten. Die Gewährleistung der Interoperabilität bei gleichzeitiger Wahrung einer für Unternehmen praktikablen Umsetzung bleibt eine zentrale Herausforderung. Ein weiteres zentrales Thema war der Übergang von der Fokussierung auf einzelne DPP-Systeme hin zur Schaffung vertrauenswürdiger DPP-Ökosysteme. Über die Technologie hinaus umfasst dies auch Fragen der Governance, des Datenaustauschs, der Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten sowie der internationalen Abstimmung. Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Vision für globale DPP-Standards Die Diskussionen weckten zudem große Vorfreude auf die bevorstehenden Arbeiten von JTC 5- ISO/JTC 5 entwickelt horizontale internationale Standards für digitale Produktpässe und schafft damit einen gemeinsamen globalen Rahmen für Terminologie, Grundsätze und Architektur, um Interoperabilität zu gewährleisten und fragmentierte nationale Ansätze zu vermeiden, was voraussichtlich eine wichtige Rolle bei der Förderung der Interoperabilität branchen- und regionenübergreifend weltweit spielen wird. Aufbauend auf den Errungenschaften von JTC 24, betonten die Teilnehmer die Bedeutung offener, inklusiver und kooperativer Ansätze, die es verschiedenen Sektoren ermöglichen, zusammenzuarbeiten und dabei ihre jeweiligen Anforderungen zu berücksichtigen. DPPs werden allein mit Technologie keinen Erfolg haben Der Erfolg digitaler Produktpässe hängt nicht nur von Technologie und Standards ab, sondern auch von unserer Fähigkeit, die Beteiligten miteinander zu vernetzen, Vertrauen aufzubauen und interoperable Ökosysteme zu schaffen, die über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg einen Mehrwert bieten. Die Gespräche in Brüssel haben gezeigt, dass digitale Produktpässe rasch vom Konzept in die Umsetzung übergehen. Die nächste Herausforderung besteht darin, sicherzustellen, dass Unternehmen, Regulierungsbehörden, Technologieanbieter und Forscher zusammenarbeiten können, um digitale Produktpässe skalierbar, interoperabel und europaweit sowie darüber hinaus zugänglich zu machen. Die erfolgreiche Einführung digitaler Produktpässe hängt von der Zusammenarbeit innerhalb des gesamten Ökosystems ab. Wenn Sie als Hersteller, Technologieanbieter, politischer Entscheidungsträger, Forscher oder Branchenverband daran interessiert sind, Wissen auszutauschen, Partnerschaften zu erkunden oder sich an DPP-bezogenen Initiativen zu beteiligen, nehmen Sie Kontakt mit uns auf und wenden Sie sich noch heute an Elliana Jensen-Abieva! Für weitere Fragen kontaktieren Sie bitte Elliana Jensen-Abieva.