Zurück

Wie digitale Tools und Bürgerbeteiligung die Ernährungssysteme verändern können: Erkenntnisse aus unserem SPOON-Projekt

Was braucht es, um Menschen zu motivieren, sich gesünder und nachhaltiger zu ernähren? Und unter welchen Bedingungen sind Bürger bereit, ihre persönlichen Ernährungsdaten zur Unterstützung von Forschung und Innovation weiterzugeben? 254 Bürger aus sechs europäischen Ländern (Deutschland, Griechenland, Italien, Belgien, Slowenien und Spanien) setzten sich im Rahmen unserer Citizen Science Labs (CSL), die im Rahmen des LÖFFEL Projekt, das vom CSCP koordiniert wird.

Was motiviert Bürger dazu, Daten weiterzugeben?

Im Mittelpunkt der ersten CSL-Runde stand das Verständnis der Erwartungen und Bedenken der Bürger hinsichtlich der Weitergabe personenbezogener Daten im Zusammenhang mit Lebensmitteln. Die Diskussionen zeigten, dass die Bürger grundsätzlich bereit sind, Daten zur Verfügung zu stellen, wenn ein klarer Zweck und ein sinnvoller Nutzen vorliegen. Vertrauen ist dabei jedoch ein entscheidender Faktor. Die Teilnehmenden betonten die Bedeutung von Transparenz, einfachen Erklärungen, starken Schutzmaßnahmen und der Möglichkeit, die Kontrolle über die eigenen Daten zu behalten. Universitäten, Forschungseinrichtungen, zivilgesellschaftliche Organisationen und andere nichtkommerzielle Akteure wurden im Allgemeinen als vertrauenswürdiger wahrgenommen, während Bedenken hinsichtlich kommerzieller Nutzung, Profiling und unklarer Datenflüsse die Bereitschaft zur Teilnahme schmälerten. Die Bürger betonten zudem, dass die Teilnahme einen sichtbaren Mehrwert bieten sollte, wie beispielsweise personalisierte Erkenntnisse, Unterstützung für eine gesündere Ernährung, die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung oder Beiträge zur Verbesserung der Lebensmittelsysteme.

Was beeinflusst das Verhalten am stärksten?

In der zweiten CSL-Runde wurden die alltäglichen Verhaltensweisen bei der Essensplanung und beim Lebensmitteleinkauf anhand des COM-B-Verhaltensmodells untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass die Bürger im Allgemeinen über die Motivation und das Wissen verfügen, gesündere und nachhaltigere Entscheidungen zu treffen. Allerdings wird das Verhalten stark von den alltäglichen Gegebenheiten beeinflusst. Zeitdruck, Erschwinglichkeit, Haushaltsabläufe, Produktverfügbarkeit und das Einkaufsumfeld entscheiden oft darüber, ob Absichten in die Tat umgesetzt werden können.

Der SPOON-Multimedia-Fragebogen und das digitale Toolset

Die Teilnehmer testeten zudem den Multimedia-Fragebogen und das digitale Toolset von SPOON und gaben dazu Feedback. Ihre Rückmeldungen unterstrichen die Bedeutung eines intuitiven Designs, einer klaren Kommunikation, einfacher Einarbeitungsprozesse und transparenter Erläuterungen zum Umgang mit Daten.

“Die Citizen Science Labs zeigen, dass erfolgreiche digitale Lösungen und Verhaltensinterventionen über die reine Bereitstellung von Informationen hinausgehen müssen: Sie müssen Vertrauen aufbauen, Hindernisse abbauen und einen greifbaren Mehrwert für die Bürger schaffen”, erklärt Arlind Xhelili, Projektleiterin beim CSCP.

Nächste Schritte

Als Koordinator der CSLs hat das CSCP den Austausch zwischen den europäischen Gemeinschaften gefördert und wird sich nun darauf konzentrieren, sicherzustellen, dass deren Erfahrungen und Perspektiven direkt in die Weiterentwicklung der SPOON-Instrumente und -Maßnahmen einfließen.

Die ersten beiden CSL-Runden markieren den Beginn einer Reise zur Bürgerbeteiligung im Rahmen von SPOON. In den kommenden Monaten werden drei weitere Runden zusätzliche Phasen des Lebensmittelkonsums beleuchten, darunter die Lagerung von Lebensmitteln, die Zubereitung, Essgewohnheiten, den Umgang mit Essensresten und die Vermeidung von Lebensmittelabfällen.

Aufbauend auf den bisher gewonnenen Erkenntnissen werden die CSLs weiterhin als Räume der gemeinsamen Gestaltung dienen, in denen Bürger und relevante Interessengruppen zusammenkommen, um Maßnahmen zur Verhaltensänderung zu entwickeln und umzusetzen, die auf spezifische Herausforderungen abzielen, die in den Pilotregionen des Projekts und entlang der gesamten Lebensmittelkonsumkette identifiziert wurden.

Neben den inhaltlichen Erkenntnissen wird ein wichtiges Ergebnis der CSL-Initiative die Weiterentwicklung und Anwendung der SPOON Digital-Toolset. Dies wird die Grundlage für eine europaweite Datenerhebung im Bereich Ernährung in großem Maßstab bilden und gleichzeitig den Bürgern die Möglichkeit geben, aktiv an der Gestaltung künftiger Ernährungssysteme und Entscheidungsprozesse mitzuwirken.

Wenn Sie mehr über die Citizen Science Labs und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an Francesca Grossi.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Arlind Xhelili.

 

de_DEGerman