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“Eine konsequente Kreislaufwirtschaft fördert Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit”

Prof. Dr. Rainer Wallmann, Geschäftsführer der EDG Entsorgung Dortmund, wird einer der Referenten in der inspirierenden Veranstaltung der Resilienz und Infrastruktur Track am Circular Week 2026. In diesem Interview äußert er sich zur Rolle der kommunalen Abfallentsorgungsunternehmen bei der Förderung des Übergangs zur Kreislaufwirtschaft.

Welche Rolle spielen kommunale Abfallwirtschaftsbetriebe für die Kreislaufwirtschaft?

Kommunale Unternehmen sind vor allem dort präsent und verantwortlich, wo es um die Daseinsvorsorge in den Kommunen geht. In der Abfallwirtschaft entstehen diese Unternehmen, wenn die Kommune ihre Sammel- und Entsorgungsleistungen teilweise in Eigenleistung organisiert, statt sie einem Dritten (Privatunternehmen) zu übergeben.

Kommunale Entsorger haben einen großen Marktanteil bei der Sammlung und dem Transport kommunaler Restabfälle (mit etwa 50 % bezogen auf die angeschlossenen Einwohner:innen. Somit sind es vor allem Siedlungsabfälle (u.a. Restabfall, Bioabfall und Sperrmüll), die von kommunalen Unternehmen gesammelt und verwertet werden.

Der Beitrag zur Kreislaufwirtschaft ist dabei vielfältig. Von zentraler Bedeutung ist die Sensibilisierung der Bürger:innen für das Thema Abfall, die getrennte Sammlung der Abfälle und die Zuführung der Stoffströme in einen möglichst hochwertigen Verwertungsweg. Die Verwertung findet oft auch in den eigenen Anlagen statt.

Welchen Beitrag leisten Stoffkreisläufe zur Sicherung von Rohstoffen?

Ein Ziel der Kreislaufwirtschaft ist die Schonung natürlicher Ressourcen. Aus Abfällen kann entweder ein neues Produkt oder zunächst ein Sekundärrohstoff entstehen. Dadurch kann ein entscheidender Anteil an Primärressourcen substituiert werden. So kann beispielsweise aus dem gesammelten Bioabfall durch Kaskadennutzung (Vergärung und Kompostierung) einerseits Energie in Form von Biogas und nach weiterer Aufbereitung Biomethan sowie andererseits Kompost gewonnen werden. Korrekt angewandt dient der Kompost als Dünger und ersetzt Teile des Torfabbaus. Biomethan kann direkt Erdgas im Gasnetz ersetzen. Darüber hinaus führt die verstärkte Nutzung von Sekundärrohstoffen oftmals zu einem geringeren ökologischen Fußabdruck.

Warum ist die Kreislaufwirtschaft für die Sicherung stabiler Lieferketten und als Resilienzfaktor so entscheidend?

Deutschland ist bei vielen Rohstoffen auf Importe angewiesen. Die Lage der letzten Jahre (Krieg in der Ukraine, Handelskriege und die Sperrung der Straße von Hormus) hat besonders deutlich gezeigt, dass man sich nicht immer auf bestehende Lieferketten verlassen kann. Kreislaufwirtschaft ist hier ein wichtiger Schritt, um Deutschland unabhängiger zu machen. Zwar ist hier schon einiges in diesem Sektor umgesetzt, es besteht allerdings weiterhin ein großes Potenzial.

Die Kreislaufwirtschaft ist ein wichtiger Schritt, um Deutschland in dieser Hinsicht unabhängiger zu machen. Obwohl in diesem Bereich bereits einiges umgesetzt wurde, gibt es noch erhebliches Potenzial.

Welche Rahmenbedingungen sehen Sie als notwendig an, um Kreislaufwirtschaft effektiv umzusetzen zu können?

Wichtig ist insbesondere, dass verlässliche und vor allem auch langfristige Rahmenbedingungen geschaffen werden, die ein Ausschöpfen des Potenzials (auch aus wirtschaftlicher Sicht) ermöglichen. In erster Linie ist hier somit die Politik gefragt. Grundlegend ist dabei das Ökodesign. Das bedeutet konkret: Produkte müssen in den Unternehmen so entworfen werden, dass sie weitestgehend recyclingfähig oder wiederverwertbar sind. Hier kommt unter anderem der Herstellerverantwortung eine besondere Bedeutung zu. Weiterhin ist aber auch Forschung und Entwicklung in diesem Bereich sehr wichtig, um immer wieder neue und bessere Wege zu finden, Kreisläufe zu stärken und zu optimieren. Dafür müssen entsprechend politische Weichen gestellt werden. Selbstverständlich haben aber auch die Abfallerzeuger – sowohl privat als auch gewerblich –erhebliche Bedeutungen, da sie durch den „richtigen Umgang“ mit Abfall (kein Littering, Nutzung der Entsorgungsmöglichkeiten und richtiges Trennen) die Grundlage für nachfolgende hochwertige Verwertungsschritte legen.

Prof. Dr. Rainer Wallmann, Geschäftsführer der EDG Entsorgung Dortmund, wird einer der Referenten in der “Mind-Opening”-Session des Themenbereichs „Resilience & Infrastructure“ auf der Circular Week 2026 (auf Deutsch) mit dem Titel „Der Preis der Unabhängigkeit – Kreislaufwirtschaft als Resilienzfaktor“ sein – jetzt anmelden!

Erfahren Sie mehr über den Schwerpunkt „Resilienz und Infrastruktur“ hier lesen. und sehen Sie sich das vollständige Programm der Circular Week 2026 an hier lesen..

Für weitere Fragen kontaktieren Sie bitte Dr. Flandra Syla-Beqiri.

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