Neuer SPOON-Bericht zeigt, was nötig ist, damit Bürger lebensmittelbezogene Daten teilen Lebensmitteldaten sind heute allgegenwärtig: Einkäufe im Supermarkt, Lieferaufträge, Ernährungs-Apps und Alltagsgewohnheiten. Da immer mehr dieser Daten gesammelt werden, ist eine neue LÖFFEL Der Bericht zeigt, dass die Weitergabe von Lebensmitteldaten nur dann funktioniert, wenn die Menschen das Gefühl haben, die Kontrolle zu haben und nicht ausgeliefert zu sein. Wir sprechen oft über das Lebensmittelsystem in großen Zahlen: Emissionen, Ernteerträge, Preise und Gesundheitsziele. Doch der Übergang zu gesünderen und nachhaltigeren Lebensmittelsystemen vollzieht sich auch in kleinen, alltäglichen Momenten, etwa wenn es darum geht, was in einem Einkaufskorb landet, was gekocht wird, was verschwendet wird, was sich sicher anfühlt und was Fragen aufwirft. Je mehr dieser Momente stattfinden oder digital erfasst werden, desto mehr können die daraus resultierenden Daten Muster aufzeigen, die bei Umfragen übersehen werden, selbstberichtete Verhaltensweisen bestätigen und dabei helfen, Maßnahmen in den Bereichen Ernährung, Lebensmittelsicherheit, Abfallvermeidung und Nachhaltigkeit gezielt einzusetzen. Gleichzeitig können diese Daten aber auch sehr persönlich sein. Eine Einkaufshistorie kann Aufschluss über den Gesundheitszustand, die Haushaltszusammensetzung, finanzielle Zwänge, kulturelle Praktiken oder Momente der Verletzlichkeit geben. Ein Essensprotokoll kann tägliche Routinen, Kämpfe und das Selbstbild aufzeigen. Standortdaten können Essgewohnheiten in Hinweise auf den Lebensstil einer Person verwandeln. Hier beginnt das Spannungsfeld: Die Daten sind nützlich, aber sie können auch sensible Informationen über das Leben der Menschen preisgeben. Die neue SPOON-Bericht kombiniert eine Literaturrecherche mit der Validierung durch Fokusgruppen in den Zielregionen des Projekts.Spanien, Slowenien, Italien, Deutschland, Griechenland, und Belgien-zu klären, was “personenbezogene Daten im Zusammenhang mit Lebensmitteln” sind (Verhaltens-, Transaktions- und Wahrnehmungsdaten) und was die Menschen mehr oder weniger bereit macht, sie weiterzugeben. Es handelt sich eher um eine schrittweise Verhandlung als um eine einfache Ja-oder-Nein-Entscheidung. Viele Teilnehmer waren offen für die Weitergabe ihrer Daten, wenn der Zweck sinnvoll erschien - vor allem für die Forschung und den öffentlichen Nutzen. Das Zögern nahm zu, wenn der Nutzen unklar war, Datenanfragen als übertrieben empfunden wurden oder man sich Sorgen darüber machte, was in Kombination mit anderen Quellen aufgedeckt werden könnte. Die größten Bedenken betrafen nicht nur Sicherheitsverletzungen, sondern auch subtilen Missbrauch wie Profiling, Beurteilung, Nudging oder sekundäre Verwendungen, die über den ursprünglichen Zweck hinausgehen. Ein Teilnehmer aus der Region Pomerje in Slowenien merkte an: “Wir fühlen uns unwohl, wenn es an Klarheit und Transparenz mangelt. Wir sind uns nicht immer sicher, warum bestimmte Daten benötigt werden, und haben oft das Gefühl, dass wir nicht genügend Informationen darüber erhalten, wie unsere Daten verarbeitet werden, zu welchem Zweck und von wem. Wir wollen auch nicht aufgrund unserer Essgewohnheiten profiliert oder beurteilt werden und fürchten, ständig auf der Grundlage unserer Gewohnheiten bewertet zu werden. Eine weitere Sorge ist der Kontrollverlust: Wir machen uns Sorgen darüber, wo unsere Daten hingehen könnten, und haben manchmal das Gefühl, dass wir beobachtet oder überwacht werden.” Neben diesen Bedenken gibt es aber auch echte Chancen. Der Bericht zeigt, wie durch die Kombination verschiedener Datentypen ein umfassenderes Bild von Ernährungspraktiken und -einstellungen entstehen kann. Gleichzeitig werden aber auch Hindernisse aufgezeigt, die es zu überwinden gilt: Sensibilität in bestimmten Kontexten (Daten von Kindern, Essstörungen, Stigmatisierung), begrenztes Gefühl der Kontrolle, sobald Daten weitergegeben werden, geringes Bewusstsein für Rechte und Schutz, geringe Toleranz gegenüber undurchsichtigen Systemen oder komplexen Erklärungen. Entscheidend sind die Vertrauensunterschiede zwischen den Institutionen: Forschungsakteure werden tendenziell als glaubwürdiger, kommerzielle Akteure als weniger glaubwürdig wahrgenommen. Weitere wichtige Erkenntnisse sind: Bei der Verbesserung des Austauschs von Lebensmitteldaten geht es nicht um mehr Fachjargon oder bessere Technologie, sondern um Klarheit und Zurückhaltung. Erheben Sie nur das Nötigste und erklären Sie deutlich, warum die Daten angefordert werden und was sie aussagen. Schränken Sie die Verwendung der Daten ein, sorgen Sie für eine sinnvolle und flexible Zustimmung und bieten Sie einfache Kontrollmöglichkeiten für die Anzeige, Verwaltung oder Löschung von Daten. Verhindern Sie Sekundärnutzung durch Design und stellen Sie sicher, dass die Teilnehmer durch Feedback, Einblicke und greifbare Auswirkungen einen Wert erkennen. Lebensmitteldaten können das Lebensmittelsystem nur dann verbessern, wenn sie mit Klarheit, Sorgfalt, Fairness und Verantwortlichkeit behandelt werden. Wenn Sie mehr erfahren möchten, können Sie Lesen Sie den vollständigen Bericht oder wenden Sie sich an Francesca Grossi und Ahmad ur Rehman Hafiz. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Arlind Xhelili. Bild von Unsplash / charlesdeluvio