Über das Produkt hinaus: Wie alternative Proteine für alle zur selbstverständlichen Wahl werden Alternative Proteine werden zwar immer leichter erhältlich, doch die Verfügbarkeit allein garantiert noch keine Akzeptanz. Was weckt die Neugier der Menschen, sodass sie diese Produkte probieren, was gibt ihnen das Vertrauen, sich dafür zu entscheiden, und was sorgt dafür, dass sie so vertraut damit werden, dass sie sie in ihre täglichen Mahlzeiten integrieren? LIKE-A-PRO untersucht die Mechanismen, die Innovation in dauerhaften Wandel verwandeln können. Ein neues Produkt im Regal ist nur der Anfang einer Ernährungswende. Damit alternative Proteine den Sprung von der Nische in den Mainstream schaffen, brauchen Verbraucher mehr als nur Zugang zu diesen Produkten. Sie brauchen Vertrauen, Vertrautheit und sinnvolle Möglichkeiten, neue Entscheidungen in ihren Alltag zu integrieren. Das von der EU finanzierte Projekt „LIKE-A-PRO“ untersuchte, welche Faktoren diesen Wandel ermöglichen. Durch Lebendige Labore, Pilotprojekte zu Verhaltensinterventionen, … und im Austausch mit Interessengruppen in ganz Europa ging das Projekt einer zentralen Frage nach: Was muss sich im Umfeld der Verbraucher ändern, damit nachhaltige Proteinentscheidungen einfacher, attraktiver und selbstverständlicher werden? Die Antwort ist klar: Es gibt keinen einzigen Hebel. Nachhaltiger Wandel entsteht, wenn verschiedene Teile des Lebensmittelsystems zusammenwirken. Kommunikation spielt eine wichtige Rolle, doch es reicht nicht aus, einfach nur mehr Informationen bereitzustellen. Verbraucher lassen sich eher ansprechen, wenn Botschaften einen Bezug zu alltäglichen Prioritäten wie Geschmack, Bequemlichkeit, Erschwinglichkeit, Gesundheit und Vertrautheit herstellen. Kampagnen, die Neugier wecken, vertrauenswürdige Stimmen einsetzen und zeigen, wie sich alternative Proteine in echte Mahlzeiten integrieren lassen, können dazu beitragen, Vertrauen aufzubauen, ohne Druck oder Widerstand zu erzeugen. Die Umgebungen wo die Ernährungsentscheidungen der Menschen eine ebenso große Rolle spielen. Einzelhändler, Gastronomiebetriebe und öffentliche Einrichtungen können das Ausprobieren und die Akzeptanz fördern, indem sie alternative Proteine sichtbarer, zugänglicher und attraktiver machen. Die öffentliche Beschaffung kann den Wandel weiter beschleunigen, indem sie Nachfrage schafft und dazu beiträgt, dass nachhaltige Proteinoptionen Teil der täglichen Mahlzeiten in Schulen, am Arbeitsplatz und in öffentlichen Einrichtungen werden. Auch der Aufbau von Vertrautheit beginnt schon früh. Schulen oder Bildungseinrichtungen sind nicht nur Orte, an denen junge Menschen etwas über Lebensmittel lernen. Sie sind selbst Teil des Ernährungsumfelds. Indem sie das Lernen im Unterricht mit Schulmahlzeiten, Kochaktivitäten, Verkostungen und der Mitwirkung der Schüler verbinden, können Bildungseinrichtungen jungen Menschen dabei helfen, die Fähigkeiten und das Selbstvertrauen zu entwickeln, sich mit einer vielfältigen Auswahl an Proteinquellen auseinanderzusetzen. Vertrauen bleibt die Grundlage all dieser Bemühungen. Klare und verbraucherfreundliche Informationen kann Menschen dabei helfen, zu verstehen, was alternative Proteinprodukte sind, verschiedene Optionen zu vergleichen und fundierte Entscheidungen zu treffen, ohne sich dabei überfordert zu fühlen. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse hat LIKE-A-PRO eine Reihe von Steuerungsmechanismen die praktische Orientierungshilfen für politische Entscheidungsträger, Pädagogen, Einzelhändler, Lebensmittelunternehmen und andere Akteure bieten, die sich für einen nachhaltigen Wandel im Lebensmittelbereich einsetzen. Hier können Sie sie herunterladen: Förderung einer nachhaltigen Proteinversorgung durch die öffentliche Beschaffungspolitik Vermarktung alternativer Proteine durch die Gestaltung des Lebensmittelumfelds Ein verbraucherorientiertes Kennzeichnungsformat für alternative Proteinprodukte Kommunikationskampagnen für alternative Proteine Einbindung alternativer Proteine in die Schulverpflegung und das Lernumfeld “Die Kernaussage ist einfach: Alternative Proteine werden nicht allein durch Produkte zum Mainstream. Sie werden erst dann Teil des Alltags, wenn das umgebende Ernährungsumfeld, die damit verbundenen Narrative und die bestehenden Systeme dafür sorgen, dass sie als zugänglich, begehrenswert und realisierbar wahrgenommen werden”, sagt Arlind Xhelili, CSCP-Projektmanager. Wenn Sie mehr erfahren und mit dem CSCP zu diesem Thema zusammenarbeiten möchten, wenden Sie sich bitte an Arlind Xhelili.