FOODWISE Kreislauforientierte Ernährungsentscheidungen in den Alltag integrieren FOODWISE ist ein europäisches Innovationsprojekt, das darauf abzielt, den Übergang zu kreislauforientierten Lebensmittelsystemen zu beschleunigen, indem die Kluft zwischen Umweltbewusstsein und tatsächlichem Konsumverhalten zu überbrücken. Das Projekt bringt 13 Partner aus sechs europäischen Ländern zusammen und verbindet Verhaltensforschung, soziale Innovation, Unternehmensumgestaltung, politische Expertise und digitale Werkzeuge. Ziel ist es, Bürger, kleine und mittlere Unternehmen, Einzelhändler, Kommunen und politische Entscheidungsträger zu befähigen, kreislaufwirtschaftliche Praktiken einzuführen und auszuweiten, die Lebensmittelverschwendung reduzieren und ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert schaffen. Was ist der FOODWISE-Ansatz? Das Projekt folgt einem klaren Weg von der Erkenntnis bis zur Wirkung. Zunächst wird FOODWISE Konsumgewohnheiten, emotionale und kognitive Einflussfaktoren sowie Lücken in der Kreislaufwirtschaft in verschiedenen europäischen Kontexten erfassen. Diese Faktengrundlage fließt in praktische Ressourcen wie den „Atlas der Konsumgewohnheiten“, das „Handbuch für Kreislaufwirtschaft im Einzelhandel“, das „Toolkit zur Kreislaufwirtschaft für KMU“, das „Toolkit zur Bürgerbeteiligung“ und ein „Dashboard zur Wirkung der Kreislaufwirtschaft“ ein. Diese Ergebnisse sollen nicht nur den Wandel beschreiben, sondern den Akteuren auch dabei helfen, ihn in der Praxis umzusetzen. Die Rolle des CSCP Das CSCP wird eine zentrale Rolle dabei spielen, verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Maßnahmen umzusetzen. Als federführender Partner für das Arbeitspaket „The Conscious Aisle“: Innovationen im Einzelhandel und im Dienstleistungsbereich, … wird das CSCP die Arbeit in den Bereichen Einzelhandelsdiagnostik, Verhaltensanalyse und der gemeinsamen Konzeption von Maßnahmen leiten, die im Einzelhandel und im Dienstleistungsbereich umgesetzt werden sollen. Auf der Grundlage seines „Think and Do“-Ansatzes wird das CSCP gemeinsam mit Einzelhandelspartnern in Portugal und der Tschechischen Republik die aktuellen Praktiken, Betriebsabläufe, die Akzeptanz bei den Verbrauchern, das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung, Preisnachlässe, Spenden sowie bestehende Initiativen zur Kreislaufwirtschaft analysieren. Diese Bestandsaufnahme wird mit einer Verhaltensanalyse kombiniert, einschließlich der Modell COM-B, um herauszufinden, wo Maßnahmen die größte Wirkung erzielen können. Auf der Grundlage der Erfahrungen aus 12 früheren Projekten zum Thema Lebensmittelverschwendung Diese Maßnahmen orientieren sich an früheren Arbeiten, z. B. der VALUMICS-Rahmenkonzept zur Verbraucherentscheidung und die 8-stufige Interventionslogik von CHORIZO; deren Überwachung und Bewertung sind von Anfang an integriert, wobei Verhaltensänderungen und operative KPIs mithilfe des ECFWF Rahmenwerk. Dies ist von Bedeutung, da zirkuläre Lebensmittelsysteme nicht allein durch Informationskampagnen aufgebaut werden können. Die Bürger mögen zwar Wert auf Nachhaltigkeit legen, doch ihr Verhalten wird von dem Umfeld geprägt, in dem Entscheidungen getroffen werden: Was ist sichtbar, erschwinglich, vertrauenswürdig, praktisch, gesellschaftlich akzeptiert und emotional ansprechend?. Mithilfe von Verhaltensanalysen, Storytelling und Co-Design möchte FOODWISE Einzelhändlern dabei helfen, den Schritt von allgemeinen Nachhaltigkeitszielen hin zu gezielten Maßnahmen zu vollziehen, die getestet, gemessen und skaliert werden können. Der „Conscious Aisle“ Der “Conscious Aisle” konzipiert Supermärkte neu als Plattformen für kreislauforientierten Konsum. In der Praxis könnte dies bedeuten, dass Regalbeschriftungen, Produktplatzierungen, Treueanreize, digitale Hinweise, Preismechanismen oder Storytelling-Kampagnen getestet werden, die kreislauforientierte Entscheidungen sichtbarer und attraktiver machen. Diese Maßnahmen werden auf verschiedene Einzelhandels- und Kulturkontexte zugeschnitten und in realen Umgebungen gemeinsam mit Partnern wie MC, MCH und Tesco getestet. Überwachung und Bewertung werden von Beginn an integriert, wobei Betriebsdaten wie Abfallreduzierung, Akzeptanzraten und Kosten-Nutzen-Informationen mit Verhaltensindikatoren wie Verbraucherhindernissen, Motivation und der Übereinstimmung von Wertvorstellungen und Handlungen kombiniert werden. Wie soll das Projekt eine breitere Akzeptanz fördern? Durch die Entwicklung von Leitfäden zur Umsetzung, politischen Empfehlungen, Governance-Konzepten und einem Dashboard zur Messung der digitalen Wirkung zielt das Projekt darauf ab, eine breitere Akzeptanz in verschiedenen Regionen und Sektoren zu fördern. In Deutschland umfasst diese Öffentlichkeitsarbeit unter anderem die Kontaktaufnahme mit den Unterzeichnern des Pakt gegen Lebensmittelverschwendung, erreicht in einem Dialogforum moderiert vom CSCP. Sein Ansatz basiert auf Inklusion, offener Wissenschaft, Gender-Analyse und der Einbindung von Interessengruppen und stellt so sicher, dass kreislauforientierte Lebensmittelsysteme nicht nur nachhaltiger, sondern auch gerechter und zugänglicher sind. Durch die Vernetzung von Bürgern, Einzelhändlern, KMU, Kommunen und politischen Entscheidungsträgern wird das Projekt konkrete Wege aufzeigen, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, den Kreislaufkonsum zu stärken und die politischen Ziele der EU zu unterstützen, darunter den Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft, die Verordnung über die umweltgerechte Gestaltung nachhaltiger Produkte und den Europäischen Grünen Deal.